Homunculi

2020

Figurengruppe, Steinzeug/Porzellan, 1240°C/1260°C

Homunculi_Steinzeug

Homunculi – Selbstbegegnung in Zeiten von Corona

Der Beginn der Coronakrise traf uns alle und rief unterschiedliche Reaktionsformen hervor. Manche erlebten eine Zeit der Angst, der Starre und der sozialen Leere, andere blühen förmlich auf und entwickeln in der Isolation des auf sich Zurückgeworfenseins eine bis dahin nie gekannte Kreativität und Lebensfreude. Die formgleichen Homunculis spiegeln den Prozess der Auseinandersetzung inwendiger Beschädigungen durch Verformungen und Einkerbungen wider. Die individuelle Auswirkung zeigt sich auf der Vorderseite.

Die Größe der einzelnen Figuren beträgt ca. 14 cm.

FÖRDERUNG:

Die Entstehung dieses Werks wurde durch ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ermöglicht.

Figurengruppe-Homunculi_Steinzeug

AUFGEHALTENES VERSCHWINDEN.
ZU DEN SKULPTUREN VON KATJA RUSCHER

AUSZUG:

“Zugrunde liegen … die keramischen Plastiken der „Homunculi“-Reihe aus dem Jahre 2020 sowie die größeren Einzelskulpturen, die seit 2021 entstanden sind. Materialität selbst rückt hier ins Zentrum der ästhetischen Erfahrung, ohne ihre Bindung an kühne gestalterische Mittel preiszugeben.

Dazu verflicht Katja Ruscher die klassische Zweidimensionalität der Leinwand, d.h. eine abstrakt-ornamentale Flächigkeit von Farbe und Linie, mit der Dreidimensionalität bildhauerischer Dinglichkeit, die zudem durch besondere Techniken der Aufrauhung und der Reliefierung in den Raum des Betrachters hineinragt. Ihre Menschenbilder nehmen den Platz ein, auf dem sie stehen, indem sie in ihren Grenzen fluide zu sein scheinen und in die umgebende Leere herüberspielen.

Von der „Physiklosigkeit“ (Lambert Wiesing) künstlerischer Bilder ist keine Spur mehr; und auch nicht von der Überwindung des Stofflich-Gegenständlichen durch die perfektionierte schöne Form, wie es eben Rilke noch an den Plastiken Rodins lobte und verklärte.”

Dr. Jan Urbich, Leipzig

www.janurbich.de